Börsenwunder Q-Cells meldet Insolvenz an

Facebook
Nach der angekündigten Insolvenz des Vorzeigesolarkonzerns Q-Cells aus Sachsen-Anhalt versucht nun der sachsen-anhaltinische Finanzminister Jens Bullerjahn von der SPD zu retten, was zu retten ist. Er gibt der Bundesregierung einen Teil der Schuld am Untergang des Unternehmens. Die Grünen fordern Berlin außerdem auf, dem zahlungsunfähigen Konzern mit staatlichen Hilfen unter die Arme zu greifen.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Q-Cells, eines der größten deutschen Solarunternehmen, angekündigt, die Insolvenz beantragen zu müssen, wenn es zu keiner Einigung mit den Gläubigern kommen könnte. Tatsächlich scheiterten die Gespräche nachdem die Besitzer von Anleihen sich geweigert hatten, das angeschlagene Unternehmen finanziell mitzutragen und somit größte Anteilhaber an Q-Cells zu werden und die Gläubiger gerne Bares sehen wollten. Nun ist Q-Cells dazu gezwungen, beim Amtsgericht Dessau einen Insolvenzantrag zu stellen. Unter Gläubigerschutz will man sich nun, nach eigenen Angaben, in Eigenregie sanieren und so hoffentlich einen Fortbestand des Unternehmens erarbeiten.
Q-Cells hatte immer als der Solaranlagenbauer schlechthin gegolten, als Wunder der neuen Bundesländer und als Börsenstar. Wer jedoch in den vergangenen Monaten in die Aktien des Solarwunders aus Sachsen-Anhalt investiert hat, wird dies bitter bereut haben, denn allein im Jahr 2011 musste das Unternehmen einen Verlust von rund 846 Millionen Euro verkraften. Die Aktien hatten unter dieser Entwicklung zu leiden und dadurch auch die Anleger. Juerg Zeltner UBS Wealth Management CEO bescheinigt Aktien eigentlich viel Potential, wenn man von einem stabilen Geldmarkt ausgeht, doch im Falle von Q-Cells scheint für den Moment einmal nicht mehr viel zu holen zu sein für die Anleger.
Die mehr als 2000 Beschäftigten sind ebenso die Verlierer, denn wie sicher ist der Job in einem Insolvenzunternehmen schon noch. Aus diesem Grund verlangen nun unter anderem die Grünen, dass die Bundesregierung in diesem Fall dringend handeln müsse. Es gehe hier immerhin um eine Zukunftsbranche, die dürfte man nicht so einfach fallen lassen, wettert Renate Künast, Bundestagsfraktionsvorsitzende der Grünen. Der Wirtschaftsminister müsse so schnell wie möglich das Gespräch mit der Branche suchen, um weitere Insolvenzen zu vermeiden und dafür zu sorgen, dass die Solarbranche nicht vom Zukunftsmarkt verdrängt wird.
Facebook

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen