Abiotisches Öl - Müssen wir nur tief genug bohren?

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Was wissen wir wirklich über Öl? Schon Mitte 2009 haben Wissenschaftler der KTH (König Technische Hochschule Stockholm) bestätigt: Es gibt abiotisches Öl! Aber bedeutet dies auch, dass Öl quasi unendlich unter unserer Erdkruste vorhanden ist? Dieser Frage wollen wir in diesem Artikel nachgehen.


Forscher an Schwedens größter technischer Universität haben bewiesen, dass für die Entstehung von Rohöl und Erdgas keine fossilen Tiere und Pflanzen notwendig sind, so wie es bisher gängige Theorie ist.

Vladimir Kutscherov, Professor in der Abteilung für Energietechnologie an der KTH sagt zu den Studienergebnissen: "Es gibt keinen Zweifel, unsere Forschung hat gezeigt, Rohöl und Erdgas können ohne Zusatz von Fossilien entstehen. Alle Gesteinsformationen können der Ort für Öllagerstätten sein."

Demnach könnte laut Kutscherov auch in Schweden Erdöl an Stellen zu finden sein, wo bisher keines vermutet wurde. Ebenso in anderen Ländern.

Aber wie kam Vladimir Kutscherov mit seinen Forscherkollegen zu dem Ergebnis?
Die Forscher haben im Labor den Prozess von Druck und Hitze simuliert, welcher natürlich im Inneren der Erdkruste stattfindet. Dieser Prozess produziert Hydrokarbone, die Grundbausteine für Öl und Erdgas.

Somit soll Öl auch immer wieder auf natürliche Weise nachproduziert werden und nur Ölquellen, die sich durch Millionen Jahre von diesem Prozess abgekoppelt haben, sollen versiegen.

Die Forschungsergebnisse von Vladimir Kutcherov, Anton Kolesnikov and Alexander Goncharov wurden im August 2009 im Nature Geoscience, Volume 2 veröffentlicht.

Ein weiterer Beleg soll sein, dass zum Beispiel am Golf von Mexiko Öl in über 10 Kilometern Tiefe gefördert wird. Dieses Öl hätte aber nicht durch Erdanziehung oder Erdplattenverschiebung auf so eine Tiefe absickern können. Die Forscher vermuten daher, dass es sich um abiotisches Öl handelt.

Generell soll das abiotische Öl in sehr großer Tiefe von 200 Kilometern und darüber hinaus entstehen und dann an manchen Stellen nach Oben durchsickern, im Gegensatz zum bisher angenommenen "fossilen Öl", welches nach Unten durchsickert.

Das Öl soll deshalb vor allem nahe plattentektonischer Grenzen zu finden sein, wo auch die bisher entdeckten Mammut-Felder liegen, also die größten Ölfelder.

Trotzdem bleibt man bis jetzt verhalten, was die abiologische Theorie betrifft. Im Westen ist bis jetzt unter den namhaften Wissenschaftlern nur der Nobelpreisträger der Chemie, Dudley Herschbach, aufgeschlossen: "Viele sagen: "Oh nein! Wir pumpen schon seit über 100 Jahren Öl, und wissen wo wir es suchen müssen. Die Chancen weiteres zu finden werden halt schlechter." Das ist ihre Meinung. Für mich steht aber außer Frage, dass es sich lohnt, dieses genauer zu untersuchen. Einmal wegen des möglichen Langzeit-Nutzens, aber auch aus rein wissenschaftlichen Gründen."

Was bedeuten die Forschungsergebnisse, wenn sie sich als richtig erweisen?
Die Folgen, sollte die abiotische Öl-Theorie stimmen, wären natürlich phänomenal! Vermutlich könnten fast alle Länder mehr oder weniger große Ölfelder auf ihrem Gebiet finden, wenn sie nur tief genug bohren. In Russland wurde schon vor ca. 70 Jahren festgestellt, dass sich einige der Ölfelder von selbst wieder auffüllten. Daraufhin entwickelte man eine Bohrtechnik, die auf bis zu 13 Kilometer bohrt, wodurch man noch mehr Öl fand.

Wenn auch andere Länder ihre Bohrtechnik auf diese Tiefe verbessern, könnten sie evtl. auf ihren eigenen Gebieten Öl finden und wären energieautark. Auch "Peak Oil" wäre damit ein Mythos und die ganzen Ölkriege müssten nicht mehr geführt werden.

Aber sind es denn wirklich Ölkriege? Müsste man nicht davon ausgehen, dass die Ölmultis längst wissen, dass ihr Rohstoff unendlich verfügbar ist? Geht es also vielleicht darum zu verhindern, dass Energie zu einem Grundrecht erklärt wird, wie Wasser, womit sie zu einem Spottpreis zu haben wäre und die Energieriesen befürchten müssten, verstaatlicht zu werden?

Was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass die USA versuchen an jede Ölquelle heranzukommen, die sie kriegen können und um jeden Preis den US-Dollar als Weltleitwährung für Öl erhalten wollen.

Ob es bei den Kriegen in Afrika und Nah-Ost also wirklich um das Erdöl geht oder doch viel mehr um geopolitische Machtverhältnisse, wird sich wohl erst klären, wenn sich die abiotische Entstehungstheorie endgültig für richtig oder falsch erweist.
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